Mehr als nur ein Täschchen – ein Girls Club-Projekt
Im vergangenen Schuljahr traf sich unser Girls Club regelmäßig für gemeinsame Zeit, zum Quatschen, kreativ zu werden und Themen aufzugreifen, die die Mädchen wirklich beschäftigen. Eines dieser Themen führte schließlich zu einem Projekt, das auf den ersten Blick klein wirkt, im Schulalltag aber einen großen Unterschied macht.
An unserer Schule gibt es bereits einen TaBi – einen Tampon- und Bindenspender. Er sorgt dafür, dass niemand in einer Notsituation ohne Versorgung dasteht. Im TaBi gibt es nur eine begrenzte Auswahl. Die Produkte, die man persönlich am liebsten nutzt und am besten passen, müssen selbst mitgebracht werden.
Und genau hier begann unsere Idee: Wie praktisch wäre es eigentlich, wenn Tampons, Binden, Taschentücher und andere kleine Alltagsretter immer dabei wären – aber eben diskret, ordentlich und hübsch verpackt? Die Antwort lautete: Notfalltäschchen!
Dank einer Kooperation mit dem Kreativzentrum konnten wir diese Idee gemeinsam umsetzen. An mehreren Nachmittagen kamen die Kolleginnen des Kreativzentrums zu uns in die Schule und begleiteten die Mädchen durch den gesamten Entstehungsprozess.
Zunächst entstanden Schnittmuster aus Pappe. Diese wurden auf Stoff übertragen, ausgeschnitten und anschließend an der Nähmaschine verarbeitet. Es wurde konzentriert gearbeitet, ausprobiert, gelacht und manchmal auch gemeinsam nach Lösungen gesucht, wenn etwas nicht auf Anhieb klappte. Umso größer war die Freude, als die ersten fertigen Täschchen in den Händen gehalten werden konnten.
Jedes Täschchen ist ein Unikat. Es bietet Platz für Binden, Tampons, Taschentücher oder andere kleine Alltagshelfer. Es kann unauffällig in der Schul- oder Handtasche verstaut werden. Vor allem aber steht jedes einzelne Täschchen für die Zeit, die die Mädchen miteinander verbracht haben, für neue Fähigkeiten, die sie gelernt haben, und für das gute Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben.
Besonders schön war zu erleben, wie aus einer alltäglichen Herausforderung ein Projekt wurde, das Kreativität, Selbstvertrauen und Gemeinschaft miteinander verbunden hat.
Die Mädchen haben nicht nur genäht – sie haben ihre Ideen eingebracht, sich gegenseitig unterstützt und erfahren, dass ihre Bedürfnisse und Erfahrungen wichtig sind.
Mein herzlicher Dank gilt den Kolleginnen des Kreativzentrums, die dieses Projekt mit viel Geduld, Fachwissen und Herz begleitet haben. Gemeinsam ist aus einer Idee, einigen Stoffbahnen und sehr vielen Überlegungen zur perfekten Stofffarbe etwas entstanden, das die Mädchen hoffentlich noch lange durch ihren Schulalltag begleiten wird.
Frau Arnold
Schulsozialarbeit Ernst Busch
in Zusammenarbeit mit Beatrice Wohlgemuth, Kreativzentrum
Impressionen

